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Sechs Hydraulikleitungen am Anbaugerät – muss man wirklich jede einzeln kuppeln?
Solange das Anbaugerät an der Maschine bleibt, sind sechs einzelne Hydraulikleitungen kein großes Thema. Interessant wird es in dem Moment, in dem das Gerät regelmäßig gewechselt werden muss.
Sechs Leitungen trennen. Das nächste Anbaugerät aufnehmen. Die richtigen Anschlüsse wieder zuordnen. Sechs Kupplungen erneut verbinden. Bei jedem Gerätewechsel beginnt derselbe Ablauf von vorne – und jedes Mal steckt darin die Möglichkeit, eine Leitung zu vertauschen.
Genau hier setzt ein Faster Multikuppler an. Mehrere Hydraulikanschlüsse werden in einer gemeinsamen Schnittstelle zwischen Maschine und Anbaugerät zusammengefasst. Statt jede Kupplung einzeln zu bedienen, werden die vorgesehenen Hydraulikleitungen gemeinsam verbunden – in fest definierter Zuordnung, bei getrennt bleibenden Hydraulikkreisen.
Aus sechs Kupplungen wird ein Kupplungsvorgang
Das Prinzip ist zunächst einfach. Der Multikuppler besteht aus einer Festhälfte an der Maschine und einer Loshälfte am Anbaugerät. Darin sitzen mehrere einzelne Kupplungselemente, jedes an seiner eigenen, festen Position.
Werden beide Hälften miteinander verbunden, treffen die jeweiligen Kupplungen exakt dort aufeinander, wo sie hingehören. Beim nächsten Gerätewechsel muss nicht mehr überlegt werden, welcher Schlauch an welchen Anschluss gehört. Die Zuordnung ist Teil der Konstruktion, nicht mehr Teil der Arbeit.
Gerade bei vier, sechs oder mehr Hydraulikleitungen wird aus einer Arbeitserleichterung damit eine sauber definierte Schnittstelle zwischen Maschine und Anbaugerät.
Der Multikuppler verbindet die Hydraulikkreise nicht untereinander. Aus sechs Leitungen wird also nicht ein gemeinsamer Hydraulikkreis. Jede Leitung behält ihre eigene Funktion. Zusammengefasst wird ausschließlich der Kupplungsvorgang.
Sechs Leitungen bedeuten nicht sechsmal dieselbe Hydraulik
Angenommen, an einem Anbaugerät befinden sich sechs Hydraulikleitungen. Dann liegt der Gedanke nahe, einfach einen Multikuppler mit sechs passenden Anschlüssen auszuwählen.
Für eine saubere Auslegung reicht das nicht aus.
Ein Hydraulikkreis kann einen hohen Durchfluss benötigen, während ein anderer nur eine kleinere hydraulische Funktion versorgt. Zusätzlich kann eine Leckölleitung vorhanden sein. Je nach Anwendung können auch elektrische Steckverbindungen in die Kupplungseinheit integriert werden.
Deshalb wird jeder einzelne Anschluss entsprechend seiner tatsächlichen Aufgabe betrachtet: welcher Durchfluss durch ihn fließt, welchem Betriebsdruck er standhalten muss und welche Nenngröße und welches Anschlussgewinde daraus folgen. Sechs Anschlüsse sind sechs eigene Auslegungen.
Warum ein zu kleiner Anschluss Leistung kostet
Jede Kupplung sitzt direkt im Strömungsweg des Hydrauliköls. Das Öl muss durch die Querschnitte und Ventile innerhalb der Kupplung hindurch.
Wird die Nenngröße im Verhältnis zum benötigten Durchfluss zu klein gewählt, steigt der Druckverlust über der Kupplung. Die Hydraulikpumpe muss diesen zusätzlichen Widerstand überwinden. Ein Teil der hydraulischen Leistung geht dabei verloren und wird in Wärme umgesetzt – das Öl wird wärmer, die Funktion am Anbaugerät wird langsamer.
Deshalb sagt die Anzahl der vorhandenen Kupplungsplätze noch nichts darüber aus, ob der Multikuppler hydraulisch richtig dimensioniert ist. Entscheidend ist, welcher Durchfluss durch die einzelnen Anschlüsse tatsächlich benötigt wird.
Abgestellt heißt nicht automatisch drucklos
Das Anbaugerät wurde sauber abgekuppelt. Einige Stunden später lässt es sich plötzlich nur noch schwer verbinden. Ein möglicher Grund dafür ist Restdruck in einer getrennten Hydraulikleitung.
Befindet sich Hydrauliköl eingeschlossen in einer Leitung und erwärmt sich das abgestellte Gerät beispielsweise durch Sonneneinstrahlung, kann sich Druck aufbauen. Beim nächsten Kuppeln muss dieser Restdruck berücksichtigt werden.
Nicht jeder Faster Multikuppler ist automatisch für das Kuppeln unter Restdruck ausgelegt. Ob und unter welchen Bedingungen Restdruck zulässig ist, hängt von der jeweiligen Baureihe und Ausführung ab. Genau das gehört vor der Auswahl geklärt – nicht danach.
Auf der Maschine kommt Schmutz ins Spiel
Auf dem Datenblatt ist eine Hydraulikkupplung sauber. An einer Baumaschine, einem Traktor oder einer Forstmaschine sieht die Realität anders aus.
Staub, Erde und andere Verschmutzungen sitzen häufig genau dort, wo beim Gerätewechsel gekuppelt werden soll. Viele Faster Multikuppler arbeiten deshalb mit Flat-Face-Kupplungen. Die flachen Kupplungsflächen lassen sich vor dem Verbinden einfach reinigen.
Das ist für ein Hydrauliksystem wichtig. Schmutz, der vor dem Kuppeln entfernt wird, gelangt nicht in das System und damit nicht in Ventile, Pumpe und Filter. Gleichzeitig wird bei Flat-Face-Kupplungen der Ölaustritt beim Verbinden und Trennen gering gehalten.
Technisch passend und trotzdem passt er nicht an die Maschine
Durchfluss passt. Betriebsdruck passt. Anschlussgewinde passen. Die Anzahl der Hydraulikleitungen stimmt ebenfalls.
Trotzdem kann der Multikuppler an der Maschine unpraktisch oder gar nicht einsetzbar sein.
Am Ende muss die Kupplung auch mechanisch in die vorhandene Einbausituation passen. Wo sitzt die Festhälfte? Wie werden die Hydraulikschläuche geführt? Ist genügend Platz für die Betätigung vorhanden? Können sich bewegende Bauteile mit dem Multikuppler oder den Schlauchleitungen kollidieren? Genau solche Punkte entscheiden darüber, ob eine auf dem Papier passende Lösung auch an der Maschine funktioniert.
Welche Angaben brauchen wir für eine saubere Auswahl?
Die Auswahl sollte nicht mit einer bestimmten Faster-Baureihe beginnen. Sinnvoller ist es, zuerst die Maschine, das Anbaugerät und die vorhandenen Hydraulikkreise zu betrachten. Diese acht Angaben genügen uns, um die Auslegung sauber aufzubauen:
Erst wenn bekannt ist, was die einzelnen Hydraulikkreise tatsächlich benötigen, lassen sich die passende Baugröße, Kupplungselemente und Ausführung des Multikupplers bestimmen.
Braucht deshalb jede Maschine einen Multikuppler?
Nein. Auch das gehört zu einer vernünftigen Auswahl – und wir sagen es einem Kunden auch dann, wenn die kleinere Lösung die richtige ist.
Hat eine Maschine zwei Hydraulikleitungen und das Anbaugerät wird nur selten gewechselt, können einzelne Hydraulikkupplungen vollkommen ausreichend sein.
Je mehr Leitungen vorhanden sind und je häufiger zwischen verschiedenen Anbaugeräten gewechselt wird, desto interessanter wird eine feste Multikuppler-Schnittstelle. Der Vorteil entsteht nicht dadurch, dass ein Multikuppler technisch aufwendiger ist. Der Vorteil entsteht dann, wenn die Lösung zur tatsächlichen Anwendung passt.
Auf den ersten Blick beantwortet ein Faster Multikuppler eine einfache Frage: Wie lassen sich mehrere Hydraulikleitungen gleichzeitig verbinden?
In der Praxis geht es um mehr. Zwischen Maschine und Anbaugerät soll eine saubere, wiederholbare und hydraulisch passende Schnittstelle entstehen.
Dafür müssen Durchfluss, Betriebsdruck, Nenngröße, Anschlussgewinde, Restdruck und Einbausituation zusammenpassen. Erst dann wird aus mehreren einzelnen Hydraulikkupplungen eine sinnvoll ausgelegte Multikuppler-Lösung. Genau diese Auslegung ist unsere Arbeit – inklusive Sonderausführungen, wenn die Maschine sie verlangt.
Deshalb beginnt die Auswahl eines Multikupplers nicht bei der Kupplungsplatte. Sie beginnt bei der Hydraulik der Maschine.
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