Hydraulikzylinder Einfachwirkend und Doppeltwirkend
Hydraulikzylinder wandeln hydraulische Energie in eine lineare Bewegung und mechanische Kraft um. Sie werden eingesetzt, um Lasten zu heben, zu drücken, zu ziehen, zu kippen oder Bauteile gezielt zu bewegen. Entsprechend vielseitig sind ihre Einsatzbereiche – von Land- und Baumaschinen über Nutzfahrzeuge bis hin zum Maschinen- und Anlagenbau.
Abhängig von der benötigten Bewegung kommen unterschiedliche Zylinderbauarten zum Einsatz. Zu den grundlegenden Ausführungen gehören einfachwirkende und doppeltwirkende Hydraulikzylinder.
Wie funktioniert ein Hydraulikzylinder?
Im Inneren des Zylinders befindet sich ein Kolben, der mit der Kolbenstange verbunden ist. Wird Hydrauliköl unter Druck in den entsprechenden Zylinderraum geleitet, wirkt der Druck auf die Kolbenfläche und erzeugt eine Kraft. Dadurch bewegt sich der Kolben und mit ihm die Kolbenstange.
Wie viel Kraft ein Hydraulikzylinder erzeugen kann, hängt wesentlich von wirksamer Kolbenfläche und Hydraulikdruck ab. Der benötigte Volumenstrom beeinflusst dagegen unter anderem, mit welcher Geschwindigkeit sich der Zylinder bewegt.
Damit übernimmt der Hydraulikzylinder eine andere Aufgabe als die Hydraulikpumpe: Die Pumpe stellt den Volumenstrom bereit, während der Zylinder die hydraulische Energie in eine geradlinige Bewegung umsetzt.
Doppeltwirkende Hydraulikzylinder
Bei einem doppeltwirkenden Hydraulikzylinder können beide Seiten des Kolbens mit Hydraulikmedium beaufschlagt werden. Dadurch lässt sich die Kolbenstange hydraulisch aus- und wieder einfahren.
Das ermöglicht eine kontrollierte Kraftübertragung in beiden Bewegungsrichtungen und macht doppeltwirkende Zylinder zu einer häufig eingesetzten Lösung für Maschinen und mobile Hydraulikanwendungen.
Zu beachten ist, dass sich die wirksamen Flächen beim Aus- und Einfahren unterscheiden: Auf der Kolbenstangenseite reduziert die Kolbenstange die wirksame Fläche. Bei gleichem Druck stehen deshalb beim Einfahren und Ausfahren unterschiedliche Kräfte zur Verfügung.
Welcher Hydraulikzylinder passt zur Anwendung?
Bei der Auswahl reicht es nicht aus, nur zwischen einfach- und doppeltwirkend zu unterscheiden. Entscheidend sind vor allem Kolbendurchmesser, Kolbenstangendurchmesser und Hub.
Der Kolbendurchmesser beeinflusst zusammen mit dem Betriebsdruck die erreichbare Kraft. Der Hub bestimmt den möglichen Verfahrweg des Zylinders. Zusätzlich müssen Einbaulänge, Befestigungsart und hydraulische Anschlüsse zur vorhandenen Konstruktion passen.