Thermoplastschläuche
Wer einen Hydraulikschlauch auswählt, achtet häufig zuerst auf den zulässigen Betriebsdruck. Bei Thermoplastschläuchen entscheiden jedoch weitere Eigenschaften über die richtige Wahl. Flexibilität, Biegeradius, Abriebfestigkeit und das verwendete Einlagematerial bestimmen maßgeblich, für welche Anwendung ein Schlauch geeignet ist.
Warum gibt es verschiedene Thermoplastschläuche?
Auf den ersten Blick unterscheiden sich Thermoplastschläuche oft nur durch ihre Typenbezeichnung. Tatsächlich verbergen sich dahinter jedoch unterschiedliche Schlauchkonstruktionen, die jeweils für bestimmte Einsatzbedingungen entwickelt wurden. Je nach Einlage, Werkstoff und Außenbeschichtung entstehen Hochdruckschläuche mit unterschiedlichen Eigenschaften – von besonders flexiblen Leitungen bis hin zu Schläuchen für hohe Druckbelastungen oder anspruchsvolle Umgebungsbedingungen.
Der eigentliche Unterschied liegt im konstruktiven Aufbau. Während einige Thermoplastschläuche mit hochfesten Polyestergeflechten ausgestattet sind, kommen bei anderen Stahlgeflechte oder Aramidfasern zum Einsatz. Die Wahl der Einlage beeinflusst unter anderem die Druckfestigkeit, den Biegeradius, das Gewicht sowie das Verhalten des Schlauchs bei dynamischen Belastungen. Dadurch lässt sich jeder Schlauchtyp gezielt auf seinen späteren Einsatzbereich abstimmen.
Ebenso wichtig ist die Außendecke. Sie schützt den Schlauch vor Abrieb, Witterungseinflüssen, UV-Strahlung sowie mechanischen Beschädigungen und trägt damit wesentlich zur Lebensdauer der Schlauchleitung bei.
Je nach Schlauchkonstruktion werden Thermoplastschläuche mit glatter oder geprickter Außendecke gefertigt. Bei einer geprickten Ausführung ermöglichen feine Einstiche das Entweichen eingeschlossener Luft oder Gase zwischen den einzelnen Schlauchschichten. Dadurch wird die Gefahr von Blasenbildung reduziert und die Verbindung zwischen Seele, Einlage und Außendecke dauerhaft unterstützt. Nicht geprickte Schläuche besitzen dagegen eine geschlossene Außenschicht und werden dort eingesetzt, wo die jeweilige Konstruktion keine Entlüftung über die Außendecke erfordert.
Neben der Einlage und der Außendecke spielt auch die Seele des Schlauchs eine entscheidende Rolle. Sie steht permanent mit dem Hydrauliköl in Kontakt und muss dauerhaft hohen Druckbelastungen sowie den eingesetzten Hydraulikmedien standhalten. Gleichzeitig beeinflusst sie die Flexibilität des Schlauchs und trägt wesentlich zu seiner Lebensdauer bei. Erst das abgestimmte Zusammenspiel von Seele, Einlage und Außendecke sorgt dafür, dass ein Thermoplastschlauch den Anforderungen moderner Hydraulikanlagen dauerhaft gerecht wird.
Die Wahl des richtigen Thermoplastschlauchs richtet sich deshalb nicht allein nach dem maximalen Betriebsdruck. Ebenso wichtig sind Faktoren wie Biegeradius, Flexibilität, Temperaturbereich, Abriebbelastung, Medium und die Art der Bewegung im späteren Einsatz. Erst das Zusammenspiel dieser Eigenschaften entscheidet darüber, welcher Schlauchtyp für die jeweilige Anwendung geeignet ist.
Aus diesem Grund stehen verschiedene Baureihen wie 2SB, R1, R7, R8 und R18 zur Verfügung. Sie unterscheiden sich in ihrem konstruktiven Aufbau und ihren technischen Eigenschaften und sind damit für unterschiedliche Anforderungen innerhalb hydraulischer Anwendungen ausgelegt.